Umsteiger - vom Joggen zum Biken.

Vom Jogger zum Biker

Der Schweiss rollt dir über das Gesicht, dein Puls schlägt mit 170 Schlägen pro Minute. Du öffnest die Türe und humpelst mit mehr oder weniger starken Schmerzen in den Schienbeinen und/oder Knien über die Türschwelle. Die letzten 10km  – rennend – zu Fuss haben deinem Körper nicht gut getan. Der Schmerz bleibt über Tage. Die benötigten Ruhepausen werden immer länger. Wenn dir das bekannt vorkommt bist du wahrscheinlich einer von vielen Sportlern welche unter einem Läuferknie oder dem Schienbeinkantensyndrom leiden.

Beides ist äusserst lästig und vor allem eine langwierige Angelegenheit. Mich selbst hat es mit dem Schienbeinkantensyndrom erwischt. Grund dafür – zu starke Belastung meines Bewegungsapparates.

Nun stellte sich für mich die Frage – Was nun? Ich habe mich auf die Suche nach einer alternative gemacht. Und eigentlich war diese auch ziemlich schnell gefunden. Das Biken. Aber im Gegensatz zum Joggen braucht man zum biken einen Untersatz mit zwei Rädern. Dieser sollte dann aber bitte auch möglichst allen (persönlichen) Ansprüchen genügen. Wobei sich genau hier weitere Fragen auftun:

  • Strasse oder Wald? Was für ein Biker bist du?
  • Macht mir das Biken überhaupt Spass?
  • Falls du der Waldtyp bist – Fully oder Hardtail?
  • Kaufe ich online oder beim Händler?
  • Budget?
  • Welche Ausrüstung wird sonst noch benötigt?

Strasse oder Wald? Was für ein Biker bist du?
Ich glaube hier muss man erst mal tief in sich reinhören? Schlussendlich bist es du, der dich am besten kennt. Du weisst genau was du magst. Ob es eher die asphaltierten Strassen sind welche sich durch die schönsten Gegenden der Schweiz schlängeln, oder ob es dann doch eher die steilen und schon fast halsbrecherischen Singletrails durch den Wald sein sollen. Meine Entscheidung ging ganz klar in Richtung Nervenkitzel – also das Mountainbike.

Macht mir das Biken überhaupt Spass?
Diese Frage habe ich mir sehr oft gestellt, und irgendwie konnte ich diese aufgrund eines fehlenden Bikes gar nicht beantworten. Nach einem nachfragen über die sozialen Kanäle wurde mir folgendes (mehrfach) empfohlen.

Gehe zu einem Bikeshop, schnappe dir ein Testbike und fahre damit den Uetliberg rauf, und den Trail wieder runter. Solltest du unten heil ankommen und hattest Spass bei der Sache, kannst du dir getrost ein Bike kaufen.

Gesagt, getan. Den Aufstieg geschafft – auch wenn mit etwas Mühe. Die Abfahrt überlebt – mit vielen brenzligen Situationen. Aber am Ende doch ganz glücklich. Für mich stand fest. Ein Bike muss her!

Fully oder Hardtail?
Diese Frage kann ich leider nicht wirklich qualifiziert beantworten. Da ich selbst ein Anfänger bin und bisher nur mit Fullys unterwegs war, kann ich nur diese beurteilen. Mir gefällt es ein vollgefedertes Bike zu fahren. Allenfalls ist ein Fully nicht ganz so gut für einen steilen Aufstieg geeignet, da man ein bisschen Traktion verliert. Meine Erfahrung ist aber ganz klar dass ich mit meinem Fully praktisch überall hinauf komme. Solltet ihr nicht ganz so ungeduldig sein könnt ihr ja auch noch ein Hardtail probefahren.

Kaufe ich online oder beim Händler?
Als absolut unerfahrener Biker steht man dann schon vor dem nächsten Problem. Auf was muss man alles achten. In welcher Preisklasse bekommt man welche Qualität? Online oder doch lieber beim Fachhändler kaufen? Fragen auf die man möglichst schnell eine Antwort braucht. Man ist ja schliesslich ungeduldig und möchte möglichst bald mit dem eigenen Bike den Berg bezwingen.

Am besten schnappt ihr euch 1-2 Kollegen/Freunde welche schon einige Jahre biken. Diese sprechen aus Erfahrung und helfen gerne. Mir haben diese persönliche Gespräche sehr geholfen. Natürlich wurde meine Wahl der Marke des Bikes durch die privaten Berater beeinflusst. Aber das muss nicht unbedingt schlecht sein. Denn wenn ein Freund der seit 15 Jahren auf zwei Rädern unterwegs ist mir einen Tipp gibt, muss der einfach gut sein.

Aus diesen Gesprächen hat sich dann für mich auch herausgestellt dass ich lieber beim Fachhändler einkaufe als das ganze online zu bestellen. Das hat einige Gründe. Der Fachhändler ist der Profi – ich bin ein Leihe. Reparaturen kann ich (noch) nicht selbst durchführen. Deshalb bin ich ab und zu auch auf das Fachwissen und den Goodwill eines Händlers angewiesen. Eine Aussage aus den Gesprächen mit meinen Freunden war, dass Fachhändler kulanter sind bei Reparaturen wenn man das Bike bei ihnen anstatt online gekauft hat.

Und tatsächlich hat sich diese Entscheidung gleich nach der ersten Fahrt – auf der ich bei einem Sturz meine Bremsleitung durchtrennt habe – ausbezahlt. Ich musste dem Händler nur das Material bezahlen die Arbeit hat er mir geschenkt.

Den richtigen Händler für dich musst du selbst finden. Am besten klapperst du mal ein paar Geschäfte ab und lässt dich beraten. Du wirst schnell herausfinden ob dieser dir sympathisch ist oder nicht.

Budget?
Es gibt wie fast überall für jedes Budget etwas zu kaufen. Auch hier ist es wieder wichtig sich selbst richtig einschätzen zu können und zu wissen für was man das Bike genau einsetzen will. Vielleicht muss man auch ein wenig in die Zukunft schauen und sich fragen was man in 2-3 Jahren gerne mit dem Bike anstellen möchte. Grundsätzlich unterscheiden sich die Bikes von Gewicht und der Qualität der verbauten Komponenten. Ich sage euch dass es nichts bringt sich einen 500PS Porsche zu kaufen wenn man nur in verkehrsberuhigten Zonen fahren möchte. Dann kann man sich das Geld gerne sparen. Wenn ihr euch selbst als abenteuerlustig einstuft, würde ich nicht sparen und ein Bike im Bereich der Mittelklasse kaufen. Mit diesem werdet ihr bestimmt 2-3 Saisons zufrieden sein und ihr habt auch die Möglichkeit einzelne Komponenten auszutauschen da die Basis stimmt.

Welcher Ausrüstung wird sonst noch benötigt?
Um mit dem Biken anzufangen braucht es dann eigentlich nur noch einen guten Helm. Trotzdem empfiehlt es sich noch einige Dinge einzupacken:

Natürlich könnte man diese Liste noch verlängern. Aber meine persönliche Erfahrung hat gezeigt dass man Anfangs ziemlich rudimentär starten kann. Die eigenen Bedürfnisse kenn man erst nach ein paar Fahrten mit dem eigenen Bike.

Sobald man dann das eigene Bike und die Schutzausrüstung hat, steht dem ersten Ausritt nichts mehr entgegen. Viel Spass!

Boris Baldinger

Vom Raucher zum Sportfan. Vom Jogger zum Biker. Als sportlicher Gadget-Geek liebe ich es Technik und Sport zu verbinden.

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  1. Pingback: Tolles Video: How To Be A Mountain Biker | Sports Blog

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