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NFL – Offseason

Was macht eigentlich ein NFL-Fan nach dem Superbowl? Er bangt auf den Kickoff vom September. Und: er spielt ein bisschen General Manager. Kein Football gibt es nicht… es gibt die Season, da wird gespielt, und es gibt die „Off-Season“, da wird gemanaged. Coaches werden gefeuert und eingestellt, Spieler getagt und gedraftet. Die NFL schafft es, auch die Off-Season zum Spektakel zu machen. Und eines der Highlights startet morgen – die Free Agency! Hier das wichtigste, das du als NFL-Fan wissen musst:

Free Agency
Spieler, deren Vertrag am Ende der Saison ausläuft, sind sogenannte „Free Agents“. Sie können sich für die nächste Saison einen neuen Club suchen, oder beim aktuellen Club verlängern. Das neue „Liga-Jahr“ beginnt am 11. März. Ab diesem Tag können neue Spieler unter Vertrag genommen werden.

Die Free Agency wird in der Fangemeinschaft rege diskutiert. Hier zum Beispiel findest du ein Ranking der besten Free-Agents jeder Postition. Spiele ein bisschen Manager und überlege dir, welchen deiner Spieler du unbedingt behalten und welchen du einem anderen Team abluchsen willst.

Salary Cap
Als Manager musst du den sogenannten „Salary Cap“ im Blick behalten. Anders als im europäischen Fussball kommt es in der NFL nicht vor, dass ein Team mit einem Zehntel des Budgets eines andern auskommen muss. Die NFL ist eine Kommerz-Organisation: Ausgeglichene Spiele = spannende Spiele = mehr Zuschauer = mehr Werbeeinnahmen. Sie tut also alles, um die Teams ausgeglichen zu gestalten. Ein Instrument dazu ist der Salary Cap, die Obergrenze der Lohnsumme aller Spieler. Diese liegt 2014 so um die 133 Millionen Dollar. Als Manager musst du dir nun überlegen, ob du deinem Quarterback 18 von diesen 133 Millionen geben willst oder nur ein paar Hunderttausend. Letzte Saison hat gezeigt: Beide Wege führen in den Superbowl.

Franchise Tag
Willst du den besten deiner Free Agents unbedingt behalten, kannst du ihn mit dem „Franchise Tag“ belegen. Faktisch bedeutet das, dass der Spieler auch nächste Saison in deinem Team spielt (das Kleingedruckte können wir getrost weglassen). Allerdings zu einem sehr hohen Preis: Top 5 Lohn auf seiner Position.

Draft
Noch wichtiger als die Free Agency ist der Draft. Hier holen sich die NFL-Teams ihren Nachwuchs ins Kader. Im American Football gibt es nur eine Karriereleiter: das amerikanische Schulsystem. Ohne im College Football gespielt zu haben, kommt man (praktisch) nicht in die NFL. Ein Spieler darf im College höchstens vier Saisons aktiv Football spielen. Danach wird er Autoverkäufer, Pizzakurier oder Profi-Footballer. Will ein Spieler in die NFL, meldet er sich zum Draft an. Der Draft ist eine Mischung aus Concours Eurovision und dem „Wählen“, das wir aus der Jugendriege kennen. Während drei Tagen (8 – 10. Mai 2014) werden in einem riesigen Brimborium die besten 200 College-Spieler gewählt. Auch hier setzt die NFL alles daran, die Teams ausgeglichen zu halten. Das schlechteste Team des Vorjahres darf zuerst wählen (dieses Jahr die Houston Texans), der Superbowl-Sieger zuletzt. Insgesamt werden sieben Runden „gespielt“.

Ein Hobby vieler NFL-Fans sind die sogenannten „Mock Drafts“. Vom erfahrenen Sportjournalisten bis zum Hobby-Blogger stellen die Leute ihre Prognosen für den Draft ins Netz. Die meisten beschränken sich auf Runde 1, ein paar mutige wagen es, die ganzen sieben Runden vorauszusagen.

Undrafted Free Agents und Trades
Neben der Free Agency und dem Draft gibt es zwei weitere Möglichkeiten, zu neuen Spielern zu kommen. Nachwuchsspieler, die sich zum Draft angemeldet aber nicht gewählt worden sind, werden zu „Undraftet Free Agents“. Auch sie können von einem Team unter Vertrag genommen werden.

Und schliesslich können Spieler auch transferiert werden. Da Geld hier eh keine Rolle spielt (siehe Salary Cap), hat die NFL eine eigene Währung: „Draft-Picks“. Du gibts mir deinen Linebacker und darfst dafür in der dritten Runde anstelle von mir einen neuen Spieler wählen. Oder: Komm, wir tauschen die Draft-Plätze in der ersten Runde, kannst dafür noch meinen Viertrunden-Pick haben. Sowas nennt man dann „Trade up“ oder „Trade Down“, je nach Optik. Diesen Trades ist es zu verdanken, dass auch mal ein Team zwei Erstrunden-Picks hat… oder gar keinen.

Auf dem Laufenden bleiben
Auf den offiziellen Seiten der NFL gibts die wichtigsten Informationen zur Free Agency und dem Draft, inkl. „Free Agency Tracker“ und „NFL Mock Draft Central„. Und dann gibt’s da den Instant-Nachrichtenservice „Twitter“. Abonniere die Tweets von zwei, drei Sportjournalisten der Stadt deines Team, einer handvoll Fans und dem einem oder anderen Spieler, und du kennst die neusten Transfergerüchte, bevor Team und Spieler überhaupt miteinander gesprochen haben. Und wenn du dein Twitter-Konto grad einrichtest, folge doch auch gleich @sportsblog_ch.

Simon Stalder

Brauchte auf einer USA-Rundreise mal schnell ein paar kurze Hosen… und ist seither völlig irrationaler Fan der Chicago Bears...! Grösster Erfolg als Fan: YB Schweizer Meister 1986. Grösstes Ereignis als Fan: Chicago Bears vs. Tampa Bay Buccaneers im Londoner Wembley. Grösster Erfolg als Sportler: Finisher GP Bern 2013.

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